Tag 1.2: Unerwartete Gesellschaft!

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Mittlerweile ist es Nacht und ich befinde mich, in eine zerlumpte Decke gehüllt, mitten in der kleinen Scheune des Wirtes. Außer mir sind nur noch einige Pferde sowie ein einzelner Esel wach und fressen von dem herumliegendem Stroh.

Neben mir schnarcht es laut, ich bin nicht allein, der Bauer aus der Taverne und ein Zwerg teilen sich ihr Nachtlager mit mir. – Wie es dazu kam, möchte ich hiermit in meinem Tagebuch festhalten. Ich erhoffe mir dadurch, später besser nachvollziehen zu können, wie das wohl größte Abenteuer in das ich mich je stürzte begann. –

„Mein letzter Eintrag endete kurz nachdem sich ein Gemeiner versehentlich auf mich saß und ich ihm händeringend erklären musste, dass ich kein Kind sondern ein ausgewachsener Halbling sei. An dieser Stelle möchte ich hiermit nahtlos anknüpfen.“

:Er rief sogleich nach der Schankmaid, die kurz darauf mit frisch Gezapftem an unserem Tische stand. Das Bier nahm ich gerade dankbar entgegen und wollte genüsslich von dem kühlen Gesöff zu mir nehmen, als ich ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Gemeinen sah.

Als dieser bemerkte, dass mir seine Heiterkeit auffiel schlug er mit einem saftigen Schlag auf das Gesäß der unvorbereiteten Frau. Die Maid die sich so etwas nicht gefallen ließ schrie einmal kurz auf um anschließend mit wilden Gesten und mit weniger blumigen Ausdrücken den Bauern sowie mich beschimpfte.

Der Bauer, sichtlich erschüttert, ertrug die wüste Schimpferei, konnte die Dame aber nicht beruhigen. Ich indes rutschte langsam von der Bank unter den Tisch, dieser Ort versprach mir größere Chancen unverletzt zu bleiben, sofern sich die Situation nicht entspannte. Einen Augenblick später hatten wir auch die Aufmerksamkeit des Zauberlehrlings gewiss, dieser schlenderte mit einem leicht verschmitzten Lächeln auf die Schankmaid zu. Ich vermute er wolle sie beruhigen und ihr dann anschließend „Trost“ in der Speisekammer spenden, sofern sie ihm dies nach all diesem Tumult gestatte.

Allem Üble zum Trotze regte die ganze Szene das zweite Mal an diesem Tisch für Aufsehen, diesesmal wollten auch die Gardisten genauer wissen, warum ein zweites Mal Geschrei und Gezeter aus der dunkleren Ecke der Taverne drang. Den Gardisten war deutlich anzusehen, dass sie eigentlich in Ruhe ihr Feierabendbier trinken und über die Geschehnisse im Umland plaudern wollten. Als ich die Gesichtsausdrücke erspähte, wollte ich mich nur noch tiefer unter dem Tisch verkriechen.

Die Gardisten kamen dem Zauberlehrling etwas in die Quere worauf dieser seinen Versuch, die Maid von unserem Tisch zu locken, aufgeben musste. Etwas geknickt, die Situation nicht mit seinen kleinen Tricksereien und Charme lösen zu können, sank er unverhofft auf der mir gegenüberliegenden Bank nieder und beobachtete das Schauspiel aus der ersten Reihe.  Zumindest schien ihn das Ganze nicht zu langweilen. Die Situation war weiterhin nicht geklärt und selbst die Gardisten hatten ihre Probleme die Maid zu beruhigen. Plötzlich klang eine dunkle und erhabene Stimme aus Richtung der Bar, sie orderte ein weiteres Bier und fragte die Maid schelmisch ob er verdursten müsse bevor er hier bedient würde.

Es war der tiefe Klang einer Zwergenstimme die, die ganze Versammlung um unseren Tisch zum Schweigen brachte. Beeindruckt schwob ich aus meiner Deckung nach oben und erblickte den in rot gekleideten Zwerg der vor kurzem die Taverne betrat. Wie ausgewechselt bewegte sich die Schankdame hinter die Theke um die Wünsche der Gäste zu erfüllen.

Was die Maid dazu bewegte von uns abzulassen bleibt mir ein Rätsel und ich kann bezüglich ihrer wahren beweggründe nur spekulieren. Ehrlich gesagt will ich auch keinen unnötigen Gedanken an diese Erinnerung verschwenden, da die Ereignisse an meinem Tisch sich gerade beginnen zuzuspitzen.

Der Zwerg mit seinem frisch gezapftem Bier in der Hand gesellte sich an unseren Tisch und schaute mit ernstem und für Zwerge typisch strengem Blick in Richtung des Bauern und verlangte als Entschädigung für sein Eingreifen, die Kosten für das georderte Bier, immerhin habe er die Situation entschärft und selbst die Gardisten seien abgerückt. – Als der Zwerg mit seiner Erklärung fertig war konnte ich im Gesicht des Zwerges lesen, dass ihn die ganze Situation mehr als nur ein Wenig zu amüsieren schien. Der Bauer sichtlich erleichtert, bat den Zwerg neben dem Zauberer Platz zu nehmen und versicherte umgehend dass er an diesem Abend nicht durstig nachhause gehen müsse, an die anfallenden Kosten soll’e ebenfalls keine Gedanken verschwendet werden. Er sei Dankbar eingeladen!

So kam es nun, das wir unseren Abend gemeinsam bei einigen Bieren und Maulbeersaft, der Zauberer enthielt sich dem Trinkgelage, verbrachten und uns gegenseitig unsere Geschichten erzählten.

Nach einigen weiteren Bieren, sei es der Trunkenheit geschuldet, oder auch nicht, beschlossen wir am Folgetag gemeinsam in Richtung Nulln aufzubrechen. Wir planten die dortige Bibliothek aufzusuchen, jeder wollte seine individuellen Studien vorantreiben.

In eigener Sache, der Abend war der spannendeste und erheiterndeste Abend seit langem, so viele Wochen war ich allein durch das Imperium gereist und hatte einzig nur meine Studien im Sinn.

Als der Abend sich dem Ende neigte beschlossen wir in der Taverne zu nächtigen, da allem außer dem Zauberer die Zimmer in der Taverne etwas zu überteuert schienen, beschlossen wir für einen geringen Preis in den Stallungen der Taverne zu nächtigen, von wo aus ich diese Zeilen hier schreibe.

„Da der viele Alkohol mir etwas auf die Augenlider schlägt, werde ich diesen Bericht an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Ich werde versuchen in den frühen Morgenstunden noch einige Zeilen zu meinen Begleitern nieder zu schreiben, damit ich später noch einmal die Chance erhalte mich noch genauer an dieses Abenteuer in Richtung Nulln zu erinnern.

 

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